Dauerausstellung Unsere Deutschen – Regionalmuseum Aussig / Ustí nad Labem

Daueraus-
stellung Unsere Deutschen – Regional-
museum Aussig / Ustí nad Labem

22 Räume, zwei Sprachen, viele Geschichten

Die Ausstellung beleuchtet abwechslungsreich viele Einzelaspekte des Zusammenlebens der deutsch- und tschechischsprachigen Bevölkerung in den böhmischen Ländern.

Ausstellungsinhalte

Die Ausstellung des Sudetendeutschen Museums spannt einen Bogen über 1100 Jahre Geschichte, Kunst und Kultur der deutschsprachigen Bevölkerung in den böhmischen Ländern. Wichtige Themen sind Heimat, das Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen, der Verlust durch Krieg und Zwangsmigration im 20. Jahrhundert sowie der Neubeginn und die Integration der Sudetendeutschen nach 1945 im Nachkriegsdeutschland, vor allem in Bayern.

Hunderte authentische Objekte, Zeitzeugenberichte und moderne Medientechnik veranschaulichen die wechselvolle Geschichte sowie die kulturelle und wirtschaftliche Vielfalt dieser Region. Das zentrale Motto des Sudetendeutschen Museums ist der Leitbegriff Heimat.

Links:

Pädagogische Programme

Das Collegium Bohemicum bietet für Schülerinnen und Schüler viele Führungen und Workshops zur Dauerausstellung „Unsere Deutsche“ an. Alle Programme sind auf Deutsch, Englisch und Tschechisch verfügbar. Inklusive Eintritt kostet die Teilnahme pro Person 80 Kč (ca. 3,50 €), begleitende Lehrkräfte nehmen kostenlos teil.

Ausstellungsführungen

für Gruppen mit maximal 35 Personen, Dauer je 90 Minuten:

  • Allgemeine Führung durch die Ausstellung „Unsere Deutschen“: 90 Min. oder nach Vereinbarung, alle Jahrgangsstufen
  • Mittelalterliche Geschichte – die Ansiedlung deutschsprachiger Bevölkerung und die Zeit Kaiser Karls IV.: 6.-13. Klasse
  • Die Reformen Kaiser Josefs II., die industrielle Revolution und der Entwicklung deutscher Unternehmen: 6.-13. Klasse
  • Tschechen und Deutsche in den Jahren 1918-1946: 90 Min., 6.-13. Klasse


für Gruppen mit max. 20 Personen:

  • Ausstellungsführung mit thematisch verknüpfter Stadtführung durch Ústí nad Labem: Dauer: 4,5 Stunden (90 Min. Ausstellungsführung, 60 Min. Pause, 120 Min. Stadtrundgang). Unterwegs in der Stadt wird erklärt wie sich im 19. und 20. Jahrhundert die „große Geschichte“ sich auf das Schicksal der Menschen vor Ort ausgewirkt hat. Kosten pro Person: 130 Kč (ca. 5,50 €).

Workshops

für Gruppen mit max. 30 Personen, Dauer je 90 Min.:

  • Tschechen und Deutsche in den Jahren 1938–1946. Themen: Das Zusammenleben von Tschechen und Deutschen in den Krisenjahren 1938–1945, die politischen Ereignisse jener Zeit und ihr Einfluss auf konkrete menschliche Schicksale.
    Tschechen, Deutsche und das Revolutionsjahr 1848. (Führungsprogramm mit Elementen der Theaterpädagogik und des Theaterspiels) Themen: Das Revolutionsjahr 1848 und die Entwicklung der nationalen Bewegungen der Deutschen und Tschechen, Argumente für die Teilnahme deutschsprachiger Bewohner der böhmischen Länder am Frankfurter Parlament oder am Slawischen Kongress.
  • Wer war Emerich Rath? Wir beschäftigen und mit vergessenen Persönlichkeiten des deutsch-tschechischen Zusammenlebens am Beispiel des vielseitigen Sportlers und Unternehmers Emerich Rath (1883–1962). Dabei beleuchten wir die Schlüsselereignisse in Mitteleuropa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die deutsch-tschechischen Beziehungen in dieser Zeit.
    Bonus: Im Anschluss an dieses Programm bieten wir auf Wunsch die Vorführung des Films „Das letzte Rennen“ (102 Min., tschechische Originalversion mit Untertiteln) von Regisseur Tomáš Hodan an. Er zeigt, wie der deutsche Sportler Emerich Rath im März 1913 zusammen mit Bohumil Hanč, dem berühmtesten tschechischen Skifahrer seiner Zeit, und weiteren Teilnehmern an einem bekannten Skirennen im Riesengebirge teilnahm.

für Gruppen mit max. 15 Personen, Dauer: 90 Min.:

  • Die Werbespots der Aussiger Firma Georg Schicht in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert. (Workshop mit Schwerpunkt Medienerziehung) Themen: Die ortsansässige Firma Schicht gehörte zu den ersten in Mitteleuropa, die Filmwerbung einsetzten. Was haben diese ältesten Werbespots mit heutigen gemeinsam und worin unterscheiden sie sich?

Bitte buchen Sie die pädagogischen Programme mit mindestens vier Wochen Vorlauf unter der E-Mail-Adresse info@collegiumbohemicum.cz.

Link zur tschechischen Webseite: https://www.collegiumbohemicum.cz/vystavy/pro-skoly/

Interessante Objekte

Entstehungsgeschichte der Dauerausstellung Unsere Deutschen

Historischer Hintergrund und Initiatoren

Aussig/Ústí nad Labem war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein bedeutendes Industriezentrum der Tschechoslowakei mit mehrheitlich deutschsprachiger Bevölkerung – und im Sommer 1945 Schauplatz eines der bekanntesten Gewaltakte gegen Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Geschichte war in der Tschechoslowakei und später in Tschechien lange ein Tabuthema. Erst 2006 wurde das Collegium Bohemicum als unabhängige Trägerinstitution gegründet – von der Stadt Ústí, der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität Ústí und weiteren Partnern –, mit dem Ziel, die Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung in den böhmischen Ländern zu erforschen und museal zu präsentieren.

Planung und schwierige Finanzierung

Die Planungen für eine große Dauerausstellung im Stadtmuseum in Ústí begannen im Jahr 2006. Der Aufbau zog sich über ein Jahrzehnt hin – unter anderem wegen instabiler Finanzierung (durch Mittel der EU, der Stadt, des Tschechischen Ministeriums für Kultur, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds) und interner Konflikte. 2016 wurde die langjährige Direktorin Blanka Mouralová abgelöst; der Historiker Petr Koura übernahm 2017 die Leitung.

Titel verrät Anspruch der Ausstellung

Der Titel der Dauerausstellung Naši Němci / Unsere Deutschen ist eine Bezeichnung, die der erste tschechoslowakische Präsident T. G. Masaryk bereits im Jahr 1918 verwendete. Sie deutet den Anspruch des Collegium Bohemicum an, die Geschichte der deutschen Bevölkerung in den böhmischen Ländern nicht als Fremdkörper, sondern als Teil der tschechischen Geschichte zeigen. Trotz feierlicher Eröffnung im November 2021 war die Ausstellung zu diesem Zeitpunkt unvollständig – viele Texte und Medieninhalte fehlten und wurden erst in den folgenden Monaten und Jahren vervollständigt.

Service-Informationen

Adresse und Anfahrt

Sudetendeutsches Museum
Hochstraße 10
81669 München

S-Bahn: Auf der Stammstrecke mit allen Linien bis zur Haltestelle Rosenheimer Platz, Ausgang Gasteig-Muffathalle-Hochstraße. Straßenbahn: Tram-Linie 25, Haltestelle Rosenheimer Platz.

Informationen zum Gruppenticket des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds GmbH (MVV), mit dem bis zu 10 Kinder bzw. Jugendliche einschließlich 14 Jahre oder 9. Klasse fahren dürfen oder je 5 bei Jugendlichen ab 15 Jahren bzw. der 10. Klasse: https://www.mvv-muenchen.de/ticketshop-preise/tickets-tageskarten/gruppen-tageskarte/index.html.

Busse: Vor dem Hotel direkt gegenüber dem Museum kann zum Ein- und Aussteigen gehalten werden. (Stand: 2025)

Eintritt und Öffnungszeiten

Schüler*innen und Studierende haben freien Eintritt. Erwachsene zahlen 5 Euro Eintritt. Regelmäßig werden offene Führungen (Donnerstag um 11 Uhr) angeboten.

Gruppenbesuche und -führungen müssen über ein Kontaktformular angefragt und angemeldet werden und sind für Schüler*innen und Studierende kostenlos.
(Stand: 2025)

Das Kontaktformular und die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie auf der Homepage des Sudetendeutschen Museums. Link: https://www.sudetendeutsches-museum.de/ihr-besuch/.

Sprachen, Mediaguides und Barrierefreiheit

Die Ausstellungs- und Objekt-Texte und Medienstationen sind durchgehend dreisprachig (deutsch/tschechisch/englisch) gehalten. Führungen und pädagogische Programme kann man auf Deutsch, Tschechisch und Englisch buchen.

Mediaguides (Audioguides mit Farbbildschirm) stellt das Sudetendeutsche Museum sowohl auf Englisch, Tschechisch und Deutsch als auch in leichter Sprache und deutscher Gebärdensprache bereit. Darauf sind die Ausstellungstexte und Informationen zu ausgewählten Objekten individuell verfügbar. Das Ausleihen der Mediaguides ist kostenfrei, man benötigt aber ein Pfand, z.B. den Personalausweis.

Das Museum ist barrierefrei konzipiert, es verfügt über einen Lift zu allen Ausstellungsebenen. Es stellt taktile Leitspuren sowie Tastobjekte mit Braille-Schrift und Hörstationen zur Verfügung. Sitzgelegenheiten sind ebenfalls vorhanden.